30 Jahre journalistische und Autorentätigkeit
Meine journalist. Schwerpunktthemen u.a.
- Hotellerie + Reisen + Freizeit + Gastronomie + Frauenreisen + Reisen mit Sinn
- Existenzgründung 50 plus + Kundenansprache + Kundennutzen
- 50 plus + Chancen des Älterwerdens, Sinnvolle Lebensgestaltung in reiferen Jahren
- Servicethemen + Ratgeber 50 plus
- Gesundheit + Komplementärmedizin
- Psychologie, Astrologie, Mythen
- Sterben, Sterbebegleitung, Trauer, Spiritualität und Buddhismus
AKTUELL: Journalistische Beiträge für AKZENT und SEEZUNGE beiden Bodenseeregion und beide gastronomischer, kulinarischer und regionaler Schwerpunkt
Gerne machen ich Ihnen Themenvorschläge: Tel. 07531-361 32 83
Autorin von 3 HB-Magazin-Titeln: Hongkong, New York, Singapur/Malaysia
Autorin von Die schönsten Feste in Deutschland Österreich und Schweiz, Polyglott
Lektorat: Reiseführer aus der Reihe Polyglott on tour: Malaysia, Ligurien, Bali, Hamburg und Nordseeküste
Acht Jahre Chefredaktion Business Traveller:
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ARBEITSPROBEN.....................................................
Bitte nach unten scrollen für weitere Artikel.Den folgenden in der Zeitschrift Lenz 2003 veröffentlichte Beitrag zum Thema Trauer gebe ich hier voller Länge wieder, da er Menschen, die eine geliebte oder vertraute Person verloren haben, helfen kann, einen leichteren Zugang zur eigenen Trauer zu finden, und zu spüren, dass sie mit ihrem Schmerz nicht allein sind. Veranlasst haben mich dazu drei bittere Todesfälle von Freunden in allerjüngster Zeit.
Konstanz im Juni 2011
Warum musstest du gehen? Ich wollte dir noch so vieles sagen
Der Verlust eines vertrauten Menschen greift oft auf extreme Weise in das Leben der Zurückgebliebenen ein. Viele Menschen müssen erst lernen, Abschied zu nehmen. Das Dilemma ist, dass das Thema Tod und Trauer bei uns noch überwiegend tot-geschwiegen wird
Im ersten halben Jahr, nach dem ihr Sohn mit dem Flugzeug abgestürzt war, fühlte Dagmar M.* nur den Schmerz. Wenn sie zur Arbeit fuhr, musste sie manchmal auf einem Parkplatz anhalten, um nicht gegen eine Wand zu fahren. Der Tod der Mutter nach einer langen Krebskrankheit bedeutete für Corinna A.* einen großen Verlust an Sicherheit und Nestwärme. Anfangs mochte sie mit Niemanden reden. Nur mit ihren Pferden. Obwohl Peter K.* und seiner an Alzheimer erkrankten Frau genug Zeit blieb, um in liebevoller Vertrautheit voneinander Abschied zu nehmen, mußte er erfahren, wie stark die Trauer in sein Leben brach und zeitweise seine Kreativität blockierte.
*) Namen geändert
Ich wache nachts auf und denke der Alptraum ist zu Ende
Dagmar M. (51) war in der Kur, als ihr Sohn Bernd (27) mit dem Flugzeug abstürzte. Da brach für sie eine Welt zusammen.
"Ich sollte an dem Wochenende nach Hause kommen. Ich freute mich, denn ich hatte meinen Ältesten drei Wochen nicht gesehen. Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis. Er lebte in der Nähe und wir sahen uns oft. Dann überbrachte mein Mann die Nachricht – es war das Schrecklichste, was ich je erlebt habe. Ich dachte ich bin in einem Film, der gleich zu Ende gehen muss.
Bis heute hat man nicht herausgefunden, was die Ursache für den Absturz war. Das läßt mich nicht zur Ruhe kommen, weil noch so viele Fragen offen sind. Mich belastet stark, dass ich nicht von ihm Abschied habe nehmen können.
Ich bin ein Stück mit gestorben. Im ersten halben Jahr war nur Schmerz. Zum Glück konnte ich reden und weinen. Durch Zufall habe ich in unserem Dorf eine Frau gefunden, die zwei Kinder verloren hat. Wir haben uns ein Stück weit begleitet. Menschen in einer ähnlichen Lage verstehen am besten, was Schmerz bedeutet. Ich habe alles gelesen, was über das Leben nach dem Tod geschrieben worden ist. Am meisten hat mir das Buch von Juliet Rothman geholfen „Wenn ein Kind gestorben ist“.
Wir entschieden uns für eine Seebestattung. Erst im Nachhinein merkte ich, dass mir ein Ort fehlt, wo ich hingehen und mit ihm „reden“ kann. Wir haben dann einen Baum nach dem Keltischen Baumkalender passend zu seinem Geburtstag gekauft und in den Garten gepflanzt. Jetzt kann ich immer dort hingehen.
Im zweiten halben Jahr konnte ich das Leben in kleinen Schritten annehmen. Früher dachte ich, ich könnte nie mehr lachen, mich nie wieder über etwas freuen. Es wird besser. Die Abstände, in denen der Schmerz kommt, werden größer. Aber erhört nie auf. Ich habe mich für das Leben entschieden, aber es hat eine andere Wertigkeit bekommen. Ich weiß, dass es nie mehr so unbeschwert glücklich werden wird."
Die Kraft habe ich mir von meinen Pferden geholt
Corinna A. (45) hat ihre an krebskranke Mutter (70) viele Monate liebevoll verabschiedet. Jetzt fühlt sie sich oft einsam
"Das Drama für mich war, sie sterben zu sehen – viele Monate lang. Das ist so ein elementarer Schmerz, bei dem mir niemand helfen konnte. In ihrer Nähe war ich stark, und im Auto habe ich dann geweint. Heute sehe ich diesen Prozess des Abschiednehmens als größtes Geschenk im Leben. Es war ein langsamer bewusster Abschied. Fast alles geschah in der Vorstellung, dass es das letzte Mal ist. So haben wir schon ganz viel Trauerarbeit vorher geleistet. Es war eine ganz eigene Erfahrung, zu erleben, wie viel Würde das noch hat, wenn man als Sterbende seine Selbstständigkeit verliert. Das war immer noch sie. Das hat mir geholfen, mein Leben leichter zu nehmen. Es hat mir die Angst vor dem Unperfekten genommen.
Als sie starb, war ich ihr extrem nahe. Die Familie und Freunde waren da. Wir haben mit ihr gefeiert, mit ihr Sekt getrunken, ihre Lieblingsmusik aufgelegt und sie so gesetzt,
dass sie auf das Blumenmeer im Garten blicken konnte.
Anfangs
konnte ich mit Niemanden reden. Aber ich habe den Schmerz zugelassen. Die Kraft
habe ich mir von meinen Pferden geholt. Tiere haben etwas sehr Elementares.
Sie fehlt mir. Ihr Tod hat eine große Lücke gelassen. Er bedeutet für mich ein ganz großer Verlust an Sicherheit. Mir ist ein Nest genommen worden. Wir hatten ein enges Verhältnis. Ich wusste, bei allen Krisen war sie für mich da, immer verlässlich. Sie liebte mich bedingungslos. Jetzt muss ich ohne Netz springen. Das macht mich stark und einsam. Es gab auch heftige Jahre. Ich habe sie manchmal gehasst. Sie war eine erfolgreiche Stylistin, die nach der Kinderpause wieder in ihren Beruf zurückgekehrt ist. Sie konnte sehr ungeduldig und ungnädig sein. Doch je weniger sie wurde, desto mehr konnte ich die Dinge, die ich früher an ihr abgelehnt habe, an mir akzeptieren. Der Ärger ist schon lange weg, aber eben auch ein ganzes Stück Lebensqualität. Vieles von ihr habe ich jetzt aufgenommen."
Meine Heilmittel sind Gespräche und Musik
Peter K. ist dankbar für den langsamen Abschied von seiner Frau. Er überläßt sich ganz dem natürlichen Trauerprozess.
"Anfangs ist man völlig in der Trauer gefangen. Mit der Zeit verblasst die Erinnerung. Zurück bleibt für mich ein wesentlicher Teil der Trauer – die Tiefe des Miteinander-Verwachsenseins nach fast 40 Ehejahren, die Vertrautheit, die, während ich meine Frau pflegte, noch intensiver geworden ist. Das ist angenehme Erinnerung, eine mit Freude überdeckte Trauer. Freude über die Zeit, die wir noch miteinander haben durften.
Meine Trauer hat nicht die Härte. Es war ein stufenartiger Abschied über viele Jahre m
it vielen Trauerphasen. Als sie starb war unsere Beziehung ja schon lange unter dem Gesichtspunkt des Abschieds gestanden. Die letzten Gespräche hatten wir geführt. Es blieb nichts Ungesagtes, sondern eher eine Genugtuung, alles erreicht zu haben. Auch die Art ihres Gehens was sehr harmonisch. Die ganze Familie war zusammen. Sie hat sich in Würde aus dem Staub gemacht. Ja, sie sah sehr schön aus. Das war wohl die fürsorgliche Pflege. Sie hat sich bis zum Schluss geborgen gefühlt.
Verstehen können es nur diejenigen, die es selbst erlebt haben, wie stark die Situation in das Leben eingreift. Ich habe kein Bedürfnis nach Trauerberatung. Meine Ventile sind die Gespräche und die Musik. Wenn ich Musik mache hilft mir das, woanders zu sein. Ich verlasse ich die Welt und gehe völlig raus auf einen anderen Stern. Die Musik ist meine Selbsthilfegruppe.
Es wird jetzt besser. Die Trauer wird routinierter. Es wird zu einem gewohnten Umgang, mich oft an sie zu erinnern. Ich habe diese Erinnerung gesucht und bin regelmäßig zum Friedhof gefahren und habe dort auch mal eine „Zigärrchen“ mit ihr geraucht. Allmählich verkapselt sich das Gefühl. Die Trauer transformiert sich. Dass das Zusammensein plötzlich zu Ende ist, erlebe ich wie einen permanenten Phantomschmerz. Es fällt mir immer noch nicht leicht, mich daran zu gewöhnen, jetzt allein essen zu müssen."
....................................................................................................................Trauer ist etwas sehr Intimes
Der Verlust eines vertrauten Menschen greift oft auf extreme Weise in das Leben der Zurückgebliebenen ein. „Die Menschen befinden sich in einem Schock, in einem emotionalen Ausnahmezustand“, sagt die Hamburger Trauerberaterin Telse Danker. Vor allem in den ersten beiden Monaten nach dem Tod spielten die Gefühle völlig verrückt, da komme es durchaus vor, dass man etwas ganz Extremes machen möchte, das Haus verkaufen, weit verreisen oder sich sogar ins Vergnügen stürzen, nur um den Schmerz und die innere Leere zu betäuben.
Dagmar M. weiß nicht, wie sie die ersten Monate nach dem Tod ihres Sohnes überlebt hat. „Der Schmerz warso unerträglich. Ich konnte kaum arbeiten, ich hatte nur noch einen einzigen Wunsch, nämlich nicht mehr da zu sein.“ Hätte ihr Mann und ihr jüngerer Sohn nicht immer wieder gesagt, „wir brauchen dich noch“, dann wäre sie vielleicht nicht so vorsichtig mit dem Auto gefahren. Sie litt selbst darunter, wie unberechenbar sie in dieser Zeit war. Mitunter bekam sie plötzlich eine Wut, dann zankte sie sich mit ihrem Mann. Bis sie eines Tages las, dass 80 Prozent der Ehe in die Brüche gehen, wenn ein Kind gestorben ist. Da sagte sie „Halt – so kann es nicht weiter gehen.“
Schmerzlich musste Peter K. erfahren, wie ihn die Trauer um seine Frau Monika in seiner beruflichen Kreativität blockierte. „Das ist wie eine Umkehrung des Lebens.“ Corinna A. erinnert sich, dass sie manchmal laut schluchzte und wild tanzte, um ihren Schmerz rauszulassen. „Wenn es gar nicht mehr ging, schenkte ich mir ein Glas Wein ein, nicht um mich zu betrinken, sondern um mich dumpf und müde zu machen.“
Wie Corinna A. ziehen sich viele Menschen in der ersten Trauerphase erst einmal völlig von der Welt zurück. Wer Trauernden seine Hilfe oder Gesprächsbereitschaft anbietet, wird meist zu hören bekommen: „Ich muß erst selbst mit mir fertig werden.“ „Trauer ist etwas sehr Intimes“, stellt die Trauerberaterin immer wieder fest. Auf Gesprächsangebote reagierten sie oft ablehnend. Doch gerade das Reden hält Telse Danker in jeder Trauerphase für extrem wichtig. „Es hilft dem Trauernden, wenn er über seine Gefühle und seine seelischen Verwundungen spricht“. Es sei deshalb gut, wenn sich Trauernde Gesprächspartner suchen, mit denen sie vorher schon ein starkes Vertrauensverhältnis verbindet und von dem sie glauben, dass sie sich ihnen zumuten können.“
Peter K. erleichterten die Gespräche mit einem Freund, der einen ähnlichen Verlust erlitten hat. Sich aussprechen zu können mit Jemanden, der zuhören kann, war für ihn eines der wichtigsten Ventile. Aber das gehe eben nur mit Menschen, die begreifen, was in einem vorgeht. „Zuhören können ist etwas ganz anderes, als die hilflosen Versuche deiner Umwelt, dir mit nichtssagenden Worten zu helfen.“ Wie Schläge, die man ertragen muss, empfand er die unbeholfenen Anteilnahme-Sprüche in seinem Umfeld. „Die meisten Menschen können sich einfach nicht vorstellen, wie es sich in dieser Welt nahe am Tod anfühlt.“
Bei Dagmar M. bewirkten die gut gemeinten Aufmunterungen im Kollegen- und Bekanntenkreis genau das Gegenteil von dem was, sie bezweckten. Sprüche wie „ach das wird schon werden“, „jetzt wird es aber wieder Zeit, dass ...“ und „ich würde an deiner Stelle verrückt werden“, haben ihr so weh getan, dass sie sie nicht ertragen konnte. „Die Leute meinten es ja nicht böse, wenn sie ungeschickte Dinge sagen“, meint Peter K.
Den Grund für diese Hilflosigkeit sieht Telse Danker darin, dass das Thema Tod und Trauer in unserer Gesellschaft noch immer stark mit einem Tabu belegt ist. Alles was mit Sterben zu tun hat, werde im wahrsten Sinne des Wortes tot-geschwiegen. Das führe dazu, dass wir uns oft sehr unsicher fühlten, und zwar sowohl im Umgang mit der fremden, als auch mit unserer eigenen Trauer.
Die Psychotherapeutin und Autorin Verena Kast stellt fest, dass ein trauernder Mensch von der Umwelt plötzlich anders behandelt, im schlimmsten Fall genau so tabuisiert wird, wie der Tod selber. So komme zum Verlustschmerz auch noch die Einsamkeit dazu, das Gefühl, nicht mehr dazu zu gehören. Früher wurde ein Trauerfall in der ganzen Familie aufgefangen. Das ist heute anders, hier ist der Trauernde oft allein gelassen in seiner Not.
In ihrer Praxis erlebt Telse Danker es immer wieder, wie schnell Nahestehende durch den Tod eines geliebten Menschen in eine Krise geraten und Hilfe brauchen. Dagmar M. wurde aufgefangen von ihrem Mann und ihrem Jüngsten. Später, als sie allmählich wieder ins Leben zurückgekehrt war, dachte sie daran, sich einer Trauergruppe der Selbsthilfeorganisation „Verwaiste Eltern“ anzuschließen. Doch von ihrem Dorf aus wäre das schwierig geworden, „und dann“, räumt sie ein, „hatte ich auch ein bisschen Angst davor, mit meinem Schmerz in einem größeren Kreis von Trauernden unterzugehen.“
Doch vor ein paar Monaten ist sie im Internet auf das Trauerportal „www.trauer.org“ gestoßen und hat sich für ein Online-Trauer-Seminar eingeschrieben. Plötzlich stellte sie fest, dass sie nicht allein ist mit ihrem Schmerz. Dass es viele verwaiste Eltern gibt und wie gut es ihr tut, den Schmerz mit ihnen zu teilen. Mit Erstaunen wurde ihr klar, dass sie mit ihrer bitteren aber auch gereiften Erfahrung auf einmal Anderen helfen kann. „Es geht mir besser dabei. Wahrscheinlich wird mein Schmerz kleiner, wenn ich darüber rede und den Anderen ein Stück Weg zeigen kann.“
Corinna A. fand Trost und Kraft in ihren Pferden und bei ihren Freunden, die daran glauben, dass die Seele nach dem Tod weiter lebt. „Das nimmt dem Tod etwas von seiner Endgültigkeit.“ Musik machen, war für Peter K. neben den Gesprächen das wichtigste Ventil für seine Trauer. Er hatte kein Bedürfnis nach Trauerberatung. Sich dem natürlichen Trauerprozess überlassen, das reichte ihm. „Mit der Zeit verblasst die Erinnerung. Das Positive bleibt hängen. Dadurch wird die Trauer handhabbar.“
„Wichtig ist, dass wir lernen unsere Trauer zuzulassen“, sagt die Trauerexpertin. „Richtig trauern heißt, unseren Gefühlen Ausdruck zu geben, sie so, wie sie sind, einfach anzunehmen. Wir akzeptieren, dass wir jetzt verzweifelt sind, dass uns der Kummer, die Tränen und der Schock überwältigen. Wir erlauben uns, dass auch dunkle Gefühle wie Gleichgültigkeit, Bitterkeit, Wut aus unserem Innersten aufsteigen dürfen, damit sie abfließen können und nicht unsere Lebensenergie blockieren.“ Das ist keine Schwäche, sondern im Gegenteil, dazu braucht man Mut und Kraft – und manchmal auch Hilfe.
Trauerarbeit fordert, dass wir die Realität des Todes irgendwann akzeptieren. Zum Trauern gehört, dass wir die Beziehung zum Verstorbenen heilen und abschließen, falls uns das nicht schon vor dem Tod gelungen ist. „Einfach Danke sagen, wenn uns dies ein Bedürfnis ist“, empfiehlt Telse Danker, oder der verstorbenen Partnerin „mitteilen“, wie sehr man sie liebt und sie vermisst. Und wenn uns Schuldgefühle belasten, „bitten wir um Verzeihung“. Wie viele Trauernde machen sich Vorwürfe, nicht rechtzeitig da gewesen zu sein, als der Vater starb, oder sie glauben, mitschuldig an dem Tod zu sein, oder nicht alles getan zu haben. Vielen fällt es schwer, darüber zu reden. Vielleicht ist es am Anfang einfacher, erst einmal „Briefe“ an den Verstorbenen zu schreiben, oder seine Gefühle einem Tagebuch anzuvertrauen.
Wenn der Schmerz nachlässt und die Bereitschaft loszulassen zunimmt, entsteht Raum für das Neue. „Ich bin jetzt mittendrin bei der Frage nach einer neuen Sinnfindung“, sagt Peter K. Die größte Zeit in meinem Leben war von dem Thema bestimmt, gemeinsam zu leben. Jetzt muss ich lernen, mich so wichtig zu nehmen, um alleine leben zu können. Was mache ich mit dem Rest meines Lebens? Wie gestalte ich meine Wochenenden ohne sie? Dass das Zusammensein zu Ende ist, erlebe ich heute wie einen permanenten Phantomschmerz.
Corinna A. stellt fest, dass sie seit dem Tod ihrer Mutter das Leben intensiver wahrnimmt, weil sie begriffen hat, dass man nicht ewig lebt. „Ich kann jetzt unterscheiden zwischen Wichtigem und Unwichtigem und sage auch mal: Komm vergiss es!“ Wenn sie etwas schön findet, dann versucht sie inne zu halten und den Moment zu genießen. Und sie kann es jetzt Anderen sagen, wenn ihr das Zusammensein mit ihnen gut tut.
Ähnlich geht es Dagmar M. „Mein Leben hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ich lebe nicht mehr so oberflächlich, nicht mehr in Förmlichkeiten. Meine Wertvorstellungen haben sich völlig verschoben. Ich gehe kritischer damit um, mit wem und über was ich rede. Die Familie ist noch enger zusammen gerückt. Wir versuchen bewusster zu leben, die Stunden, die wir haben zu genießen. Angst? Früher hatte ich soviel Angst vor dem Tod. Jetzt nicht mehr.
...................................................................................................Wie man selbst den Trauerprozess fördern kann
Telse Danker, Trauerberaterin in Hamburg, zeigt trauernden Menschen, dass sie nicht alleine sind und weist ihnen den Weg zu einem persönlichen Umgang mit dem Verlust.
Was geht in Trauernden vor?
Der Verlust eines uns nahestehenden Menschen greift massiv in unser Leben ein. Er tut weh und bringt auch unsere Lebenspläne durcheinander. Deshalb braucht es Zeit, um Abschied zu nehmen, Zeit um das Trauma zu verarbeiten und Zeit, sich für einen neuen Weg zu öffnen. Dieser Prozess kann sich über ein bis mehrere Jahre hin ziehen.
Die ersten Wochen erleben Trauernde oft wie ein Schock mit wechselseitigen Gefühlen von Gleichgültigkeit und Leere bis zur abgrundtiefen Verzweiflung. Manche empfinden diese Phase, als ob ihnen der Boden unter den Füßen weg gezogen wird, sie fühlten sich orientierungslos, ausgebrannt, ausgelöscht, blockiert, apathisch. Auch wütend sein gehört zu diesem Gefühlschaos, sie klagen, jammern und hadern mit ihrem Schicksal und mit dem Menschen, der sie einfach alleine zurück gelassen hat. All das ist Trauer.
Nach den ersten Monaten läßt man den Verlust allmählich an sich heran. Das wechselt ab mit Phasen der inneren Gefasstheit, in denen wir Schritt für Schritt unsere Vorstellung los lassen, dass der Verstorbene noch einmal zurück kommt. Erst nach diesem Schritt sind wir in der Lage, neue Wege für uns zu sehen.
Weshalb ist es wichtig, zu trauern?
Manche Menschen klammern sich sehr stark an den Verstorbenen und wollen seinen Tod einfach nicht wahrhaben. Sie bleiben in ihrer Hoffnung gefangen und verhindern den natürlichen Fluss des Heilungsprozesses. Die Gefahr ist groß, in einer der Trauerphasen stecken zu bleiben, weil wir glauben, die Einsamkeit und den Schmerz nicht aushalten zu können, weil wir uns betäuben und versuchen, uns durch Arbeit abzulenken. Wenn unsere aufgewühlte Seele aber kein Ventil bekommt, wo sie etwas von dem Druck ablassen kann, dann entsteht ein Gefühlsstau. Ein nicht ausgelebter oder verschleppter Trauerprozess blockiert und bremst unsere Lebensenergie. Man versagt sich, das Leben an die neue Situation anzupassen und es wieder lebenswert zu gestalten. Das kann zu schweren Depressionen und Krankheiten führen.
Wie kann man selbst heilsam mit seiner Trauer umgehen?
Reden ist gut und äußerst wichtig für den Heilungsprozess. Wer allein ist mit seiner Not, kann sich an Trauerbegleiter oder eine der vielen Trauerberatungsstellen wenden.
Schreiben ist eine gute Alternative. In einem „Brief“ an den Verstorbenen kann man ihm das mitteilen, was man ihm zu Lebzeiten nicht mehr sagen konnte, zum Beispiel, wie sehr man ihn lieb hat und wie schön es mit ihm war. Tagebucheintragungen sind ein gutes Mittel, um sich nicht so einsam zu fühlen. Wichtig ist, einfach drauf los zu schreiben, die Gedanken sollten aus dem Bauch heraus fließen. Wer nicht gerne schreibt, kann sich seine Gefühle auch von der Seele malen. Auch körperlich kann man Gefühle abreagieren: Laufen, tanzen, Holz hacken, putzen ...
Musik ist sehr gut geeignet, Stimmungen aufzunehmen, zu verstärken, zu trösten und Erinnerungen zu wecken. Spaziergänge beruhigen. Natur heilt.
Was hat mir früher in Krisenzeiten geholfen? Besonders in der ersten Trauerphase ist es gut sich an solche Hilfsmittel zu erinnern. Das bestimmte Musikstück, ein Notizbuch oder der kleine Teddybär, diese Dinge legt man sich vor dem Schlafengehen griffbereit hin, damit sie gleich da sind, wenn einem nachts die Gedanken nicht Schlafen lassen.
Rituale sind verläßliche Gefährten im Trauerprozess: Dazu gehören Tagebuch schreiben, die Erinnerungsecke für den Verstorbenen, regelmäßige Zwiegespräche, der Gang zum Friedhof.
Buchtipps*:
*noch nicht aktualisert - inzwischen gibt es zahlreiche gute Trauerliteratur, siehe u.a. www.amazon.deJorgos Canacakis: Ich begleite dich durch deine Trauer. Eine mitfühlende und bewährte Anleitung für die eigene Trauerarbeit. (Kreuz, 9,95 Euro).
Jorgos Canacakis: Ausführlich und mit vielen Beispielen leitet der Autor den Trauernden sensibel durch den Trauerprozess und motiviert ihn zu einer kreativen Lebensgestaltung (Kreuz, 16.90 Euro).
Juliet Cassuto Rothmann: Wenn ein Kind gestorben ist. Trauernden Eltern wird dieser Ratgeber helfen, mit dem tragischen Kindestod besser umzugehen (Herder, 9,90 Euro)
Christa Pauls, Uwe Sannek: Rituale in der Trauer: Die Autoren geben Anregungen für Rituale in der Trauerarbeit und stellen die Segeberger Trauerseminare vor. (Ellert & Richter, 14,95 Euro)
Barbara Dobrick: Wenn die alten Eltern sterben. Der einfühlsame Ratgeber hilft allen Söhnen und Töchtern, über die zu erwartenden Krisen hinweg (Kreuz, 16,90 Euro)
Irmgard Hülsemann: Sein Herz war ein blauer Vogel. Die Autorin nimmt in Briefen und Tagebuchnotizen auf bewegende Weise Abschied von ihrem Lebensgefährten nach 32 gemeinsamen Jahren (Kreuz, 16.90 Euro).
Verena Kast: Trauern. Die Therapeutin analysiert die Phasen der Trauer und zeigt auf, wie sich Trauernde im Chaos ihrer Gefühle zurecht finden können. (Kreuz, 16,90 Euro)
Monika Specht-Tomann. Wege aus der Trauer. Eine knappe und praktikable Anleitung für die Trauerarbeit, wenn man nicht so viel lesen will (Kreuz, 4,95 Euro)
Jörg Zink: Trauer hat heilende Kraft. Treffende Worte und Bilder spenden Trost und ermutigen. Ein passendes Verschenkbuch für Trauernde (Kreuz, 7,95 Euro
Herbert Grönemeyer: Mensch. Maxi-CD. In dem Lied verarbeitet der beliebte Sänger den Tod seiner Frau und seines Bruders (EMI Music, Maxi CD, 6,99 Euro)
Hier gibt es Hilfe
In fast jeder größeren Stadt gibt es ausgebildete Trauerbegleiter und Einrichtungen, die Trauernde beraten, Trauerseminare und Trauergruppen anbieten, allen voran die Hospize und kirchliche Einrichtungen sowie überkonfessionelle Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Fragen Sie unter den folgenden Adressen nach lokalen oder regionalen Stellen in Ihrer Nähe, falls sie nicht schon in den „Gelben Seiten“ fündig werden. Das Internet ist eine Fundgrube für gute Trauer-Adressen.
Telefonseelsorge: Tel. 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222. Menschen in seelischer Not können sich unter diesen bundesweit einheitlichen Rufnummern 24 Stunden am Tag Rat und Hilfe holen. Die Internet-Adresse www.seelsorge.net stellt einen E-Mail-Dienst für Trauernde bereit: seelsorge@seelsorge.net
Bundesverband Verwaiste Eltern: Nottelefon: 04131-6803232, Internet: www.veid.de
Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, Tel. 02428-802937, Übersicht und Adressen aller Hospize: www.hospiz.net www.hospiz.net/adressen/index.html
Omega e. V. ist eine überkonfessionelle Organisation mit 20 Regionalgruppen, die auf ehrenamtlicher Basis Sterbende und Trauernde begleitet. Telefon: 0 55 41 - 48 81 und 53 56 Fax: 0 55 41 - 40 76 E-mail: bundesbuero@omega-ev.de, http://www.omega-ev.de
Charon: Stellvertretend für andere
überkonfessionelle Initiativen und Einrichtungen, die von ehrenamtlichem
Engagement getragen sind, sei hier die Hamburger Beratungsstelle Charon
genannt. Sie leistet Krisenintervention, Beratung und Supervision und bietet
einen Angehörigen-Treffpunkt, sowie Angehörigen-Telefonsprechstunden.Tel.
040-225253.
Nützliche Internet-Fundstellen
www.trauer.org: Das interaktive Trauerportal hat ein vielfältiges Angebot. In den Rubriken „Forum“, „Klagemauer“, „Nachruf“ und „Briefe an Verstorbene“ können sich Trauernde austauschen und durch Briefe, Klagen, Tagebucheinträge ihre Liebe, Dankbarkeit, Sehnsucht, Trauer und Verzweiflung ausdrücken. Gegen geringe Gebühr kann man an einem zwölfmonatigen Online-Trauerseminar teilnehmen.
www.seelsorge.net: stellt einen E-Mail-Dienst für Trauernde bereit. Per Mail (seelsorge@seelsorge.net) denken die Berater mit den Betroffenen über mögliche Weg nach.
www.pflegende-angehoerige-net.de: Eine liebevoll geführte Homepage, die ein Werner im Andenken an seine an MS verstorbene Frau Franziska führt mit einem ausführlichen Tagebuch über seine Trauerarbeit
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Erfolgreiche Kundenansprache
© Heide Ilka Weber
„In einer Welt, in der jeder versucht, Ihnen das Geschäft abzujagen, müssen Sie den Kunden einen guten Grund geben, Ihr Produkt zu kaufen und nicht das der Konkurrenz“
Jack Trout in „Die Macht des Einfachen“
Eine Heilpraktikerin bat mich kürzlich, ihre 15 verschiedenen Therapien und Heilverfahren für die Rückseite ihrer Visitenkarte griffig zusammen zu fassen. Auf ihr breites Angebot war sie besonders stolz und hätte dieses gerne aufgeführt gesehen. Homöopathie, Akupunktur, Osteopathie, Augendiagnose, Bioresonanz, Spagyrik, Phytoterapie usw. Als potentielle Kundin haben mich die Bezeichnungen allerdings fast "erschlagen". Und so ginge es wohl auch den Menschen, die sie gerne ansprechen möchte.
Wir einigten uns schließlich auf eine glasklare Kundensicht. Nichts von alledem kam auf die Rückseite, sondern die Fallgestaltungen, in denen ihre Naturheilpraxis helfen kann – also z. B. Schmerztherapien, Hilfe bei chronischen Schmerzen, Verspannungen, Rückenschmerzen, Aufbau bei Erschöpfung, Hilfe bei Essproblemen, …. Ergebnis: Seit unserem gemeinsamen Findungsprozess spricht sie mit ihrer potentiellen Klientel viel stärker aus deren Anliegen heraus
.... Arbeitsprobe: Lesen Sie hier weiter
bzw. Den ganzen Text können Sie auch bei mir anfordern: E-Mail
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Volle Kraft voraus - Mystische Orte
von Stonehenge bis zu den Pyramiden
© von Heide Ilka Weber - veröffentlicht 2005 in "Welt am Sonntag"
Was verbindet die Pyramiden in Ägypten mit den Quellen des Ganges im Himalaya und die Externsteine im Teutoburger Wald mit den Steinkreisen von Stonehenge? Sie alle gelten als Kraftorte, als Plätze von mystischer Kraft. Ihre Energien beflügeln die Imagination. Hier fühlen nicht nur hochsensible oder spinnerte Menschen, dass es eine Verbindung von der Erde zum Himmel, vom Irdischen zum Göttlichen geben muss.
Alte Völker wie Mayas, Germanen und Kelten suchten bestimmte Kultplätze für ihre rituellen Zeremonien auf. Hunderttausende Christen, Hindus, Buddhisten, Juden und Moslems pilgern damals wie heute zu heiligen Stätten, Bergen, Flüssen. An manchen Orten geschahen und geschehen wundersame Dinge, für die es keine natürliche Erklärung gibt. Für das moderne Denken sind Kraftorte eine Herausforderung. Denn ihre Weisheit und Rätsel erschließen sich nicht mit wissenschaftlichen Methoden. So haben viele alte Kultstätten ihre Geheimnisse bis heute bewahrt.
Für alle Kraftplätze gilt: Um ihre Kraft zu spüren, braucht man Zeit, Offenheit und Stille. Wer mit Busladungen von Touristen nur für ein paar Minuten ausschwärmt, wird schwerlich die mystische Aura spüren, die von diesen Orten ausgeht. Probieren Sie es aus - an einem der magischen Orte, die wir für Sie ausgewählt haben.
Englands Süden: Auf den Spuren der Artus-Sage
Die Legende von König Artus und seiner Tafelrunde hat durch den Film "King Arthur" gerade wieder neuen Auftrieb bekommen. Eine Rundreise im südlichen England verbindet nicht nur die Schauplätze der Artus-Sage, sondern führt auch zu den bedeutendsten Kraftplätzen des Landes. Reich an Mythen und magischen Orten sind vor allem die Grafschaften Wiltshire, Somerset und Cornwall. Beginnen Sie Ihre Rundreise bei den berühmten Steinkreisen von Stonehenge. Der Ort diente wohl schon 3500 v. Chr. als astronomisches Sonnen- und Mondheiligtum. Später nutzten auch die keltischen Druiden diesen Kraftplatz für ihre Kulthandlungen. Eine Einzäunung verbaut heute leider den Zugang zum inneren Kraftkreis von Stonehenge und damit zu den magischen "blue stones".
Besser zugänglich und nicht so überlaufen ist das Dorf Avebury. Dort führt die Straße mitten hinein in einen Steinkreis. Britanniens bedeutendsten neolithischen Monumente konzentrieren sich rund um Avebury: Avebury Henge, eine gigantische bronzezeitliche Kultstätte, Silbury Hill, ein vor viereinhalbtausend Jahren in Form einer Rundpyramide geschichteter Hügel und die noch etwas ältere Grabanlage West Kennet Long Barrow.
Weiter auf der A361 kommt man direkt nach Glastonbury, einem der Haupt-Schauplätze der Artus-Sage. Hoch ragt der Tor (Steinhügel) von Glastonbury aus der Ebene auf, zu dessen Füßen sich einst das sagenhafte Avalon ausgebreitet haben soll. Und unten beim Brunnen Chalice Well soll der Heilige Gral versteckt sein. Folgen Sie weiter den Spuren König Arthurs nach Tintagel an der Küste Cornwalls. Mit Fantasie kann man sich in den dortigen Burgruinen das legendäre Camelot vorstellen, ehe man den Rückweg nach London über das Dartmoor und die malerischen Küstenorte Dorsets antritt.
Frankreich: Steinreihen von Carnac/Bretagne
Die ältesten Spuren der über ganz Europa und den Mittelmeerraum verbreiteten Kultur der Riesensteine finden sich an der bretonischen Südküste unweit des Badeorts Carnac. 2935 Menhire bilden parallele Steinreihen von bis zu acht Kilometer Länge im flachen Buschland der Orte Le Ménec, Kermario und Kerlescan. Gewiss ist, dass die ältesten schon in der Bronzezeit aufgerichtet wurden. Ehrfürchtig steht man vor den vier Teilen des zerbrochenen Monolithen "Men Er-Grah" bei dem Örtchen Locmariaquer.
Welches prähistorische Volk vermochte vor 4000 Jahren diesen über 20 Meter langen mächtigen Steinblock vom Gewicht eines beladenen Jumbo-Jets aufzurichten? Diente er astronomischen Zwecken? Und die Steinreihen? Standen sie in einem übergeordneten kosmischen Zusammenhang? Bis heute haben die Forscher keine sicheren Antworten darauf gefunden.
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Magie im Alltag
Jeder hat telepathische Fähigkeiten
Vierteilige Serie "Magie im Alltag" für die Zeitschrift Bella
Können wir Gedanken lesen? Ereignisse voraus ahnen? Hellsehen? Ja das ist möglich, sagen die Forscher..... Nur Arbeitsprobe, Beitrag geht noch weiter!
Als Reisebüro-Inhaberin Marion Röhsel aus Harburg während einer Geschäftsreise in Wien an einem Lokal vorbeikam, fiel ihr plötzlich ein, dass sie ja ihre Wiener Freundin Annemaria anrufen wollte. Obwohl sie gar keinen Hunger hatte, verspürte sie einen intensiven Drang, eine Kleinigkeit zu essen. Sie betrat das Restaurant - und fiel fast in Ohnmacht. Da saß die Freundin und war genau so perplex wie sie selbst. „Das glaube ich nicht!“. Das ist ja Telepathie!“
„Ich habe einfach Glück gehabt“, sagte der deutsche Taucher Frank S. Weil er sein Strandhotel auf der thailändischen Insel Koh Lanta schon einen Tag früher als geplant räumte, blieb er selbst vom verheerenden Tsunami-Unglück vergangene Weihnachten verschont. Vielleicht hat ihn eine unbewusste Vorahnung den Aufenthalt vorzeitig abbrechen lassen. Früher hätte man wahrscheinlich gesagt: Er hatte einen guten Schutzengel.
Ohne ersichtlichen Grund denkt die Hamburger Unternehmensberaterin Christiane Schmitz plötzlich an ihre Freundin Nicole. Ein Jahr hat sie nichts mehr von ihr gehört. Ein Tag später klingelt das Telefon und Nicole ist am Apparat. „Das gibt’s doch nicht!“
Doch das gibt es! Das Phänomen heißt Telepathie Informationsübertragung durch reine Gedankenkraft. Fast jeder hat das schon einmal erlebt und kann dazu eine Geschichte von merkwürdigen Zufällen und Vorahnungen beisteuern. Während die einen solche Fälle als Zufall abtun, vermuten andere dahinter eine geheimnisvolle Kraft, die Menschen über Entfernungen hinweg miteinander verbindet. So falsch liegen sie damit nicht.
Die Mehrheit in der Bevölkerung kann sich durchaus vorstellen, dass solche telepathischen Kräfte existieren. Nach einer repräsentativen Studie von 1998 des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie (IGPP) haben 75 Prozent der 1510 befragten Deutschen mindestens schon einmal eine übersinnliche Erfahrung gemacht. Eine ähnliche repräsentative Studie in den USA kam auf 68 Prozent bei der amerikanischen Bevölkerung.
Alles nur Einbildung? Unglücklicherweise haben viele Betrüger und Scharlatane übersinnliche Erscheinungen in Verruf gebracht. Die Fakten sprechen jedoch eindeutig für ihre Existenz. Seit mehr als 120 Jahren werden paranormale Phänomene unter wissenschaftlicher Leitung weltweit erforscht. In Deutschland gibt es dafür seit 1950 das Institut für Grenzgebiete der Psychologie. Es gibt Außersinnliche Wahrnehmungen (ASW), das belegen unzählige wissenschaftliche Experimente des Instituts. Michael Plückhan (49), Lehrer im Schwarzwald, hat an so einem Kartentest teilgenommen: „Ich saß in einem abgeschlossenen Raum und sollte sagen, welches von fünf Symbolen aus 25 Karten als nächstes in dem anderen Raum aufgedeckt wird. Ich hatte wohl eine ziemlich hohe Trefferquote.“
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